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Produktionsmaschine für Spraydosen-Ventile - ein einfaches
Bedienterminal
Version
1 für DOS:
Das
Bedienterminal sollte laufen auf einer CPU 80186 mit 14 MHz und 640 K (Beck
PS1 HC16). Für Bildschirm und Tastatur war ein LCD-Display mit
CGA-Auflösung (Beck BG20) vorgesehen. Aus diesem Grunde mußte
das Programm unter DOS laufen.
Problem
Datenübertragung:
Das
für die Steuerung verwendete SPS-Programmiersystem "Multiprog WT" bot
leider keine Möglichkeit, über die serielle Schnittstelle Daten
auszutauschen. Deshalb wurde von mir noch ein kleines TSR-Programm entwickelt,
das den Austausch im Hintergrund abwickelt, während das SPS-Programm
seine Arbeit macht.
Eigentlich wäre nicht einmal das möglich gewesen, weil "Multiprog
WT" auch keine Möglichkeit bietet, von außen - wie auch immer
- auf seine Daten zuzugreifen. Es wurden also innerhalb der
(Pascal-ähnlichen) Datenstruktur von "Multiprog WT" zwei Blöcke
angelegt mit speziellen Erkennungs-Strings am Anfang und am Ende ("Anfang
Sendeblock", "Ende Sendeblock"). Beim Start lokalisiert das TSR die Lage
der Austauschblöcke im PC-Speicher, indem es einfach den ganzen Speicher
nach den Erkennungs-Strings durchsucht. Sobald es sie gefunden hat, beginnt
der Datenaustausch.
Grundsätzliches:
-
Informationen, die ständig gebraucht werden, gehören auf den
Übersichtsbildschirm, der ständig zu sehen ist.
-
Wichtige
Informationen werden größer bzw. auffälliger dargestellt
als unwichtige.
-
Die
Information, an welcher Stelle der Menüstruktur man sich gerade befindet
und wohin man von hier aus gelangen kann, muß ständig sichtbar
sein.
-
Eingaben
für Zielmengen oder Sollwerte erfolgen paßwortgeschützt und
können außerdem bei irrtümlicher Eingabe weitgehend
rückgängig gemacht werden.
-
Jede
Eingabe, jeder Tastendruck muß eine Rückmeldung an den Bediener
zur Folge haben.
-
Maschinen,
die ins Ausland verkauft werden, müssen eine Umschaltmöglichkeit
für die Bedienungssprache haben (z.B. Französisch für den
Bediener, Deutsch für den Servicetechniker).
-
Es
darf keine Tasten oder Anzeigelampen ohne Funktion geben.
-
Der
Anzeigebildschirm soll auch andere Personen - nicht nur den Bediener - positiv
ansprechen, z.B. den Abteilungsleiter, der sich einen Überblick über
den Stand der Produktion verschaffen will, oder auch Besucher, die durch
die Halle geführt werden.
-
Aus
diesem Grund sollte der Bildschirm "technisch" bzw. "funktionell" aussehen.
Der Betrachter sollte - wenn er den Bildschirm sieht - nicht die Assoziation
"Computerspiel" bekommen.
-
Der
Bediener soll sich durch die Anzeige und Bedienung nicht "genervt" oder
"überfordert" sondern "unterstützt" fühlen. Er soll das
Gefühl bekommen, daß er die Maschine "voll unter Kontrolle" hat.
Nur dann bringt die Kombination Maschinen + Personal die
größtmögliche Leistung.
Unter diesen
Anforderung wurde für die DOS-Version folgendes Layout entwickelt:
-
Haupt-Bildschirme
sind mit S1 bis S5
überall zugänglich
-
Tageszähler und
Ist-Geschwindigkeit
sind vergößert
-
Maschinen-Zustand
u.Abschalt-Ursache
sind immer sichtbar
-
Funktionstasten,
werden mit LED
beleuchtet, wenn
sie aktiv sind
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Es wurden
insgesamt neun Bildschirme und ebensoviele Hilfebildschirme vorgesehen:
-
Übersicht und Handsteuerung - Hauptbildschirm (wird nach Zeitablauf
automatisch eingeschaltet)
-
Menü
- Verzweigung in alle anderen Bildschirme
-
Passworteingabe für Zugang zu geschützten Bildschirmen
-
Stand
des Produktionsauftrages (nur Anzeige - nicht geschützt)
-
Zustand
der Maschine und Fehlermeldungen (nur Anzeige - nicht geschützt)
-
Sollwerteingabe für den Produktionsauftrag und Löschen von
Stückzählern (geschützt)
-
Sollwerteingabe für Maschine und Löschen von Stundenzählern
(geschützt)
-
Vergabe
von Passworten (geschützt Stufe 2)
-
Service-Einstellungen (geschützt Stufe 3)
Produktionsmaschine für Spraydosen-Ventile - ein Bedienterminal
unter Windows95 *)
Version
2 für Windows:
Das
oben besprochene Bedienterminal unter DOS wurde jetzt für "Windows 95"
weiterentwickelt. Das Layout sollte beibehalten werden, da es sich in der
Praxis bewährt hatte. Das Programm sollte auf einem Panel-PC mit
TFT-Anzeige und Folientastatur laufen. Die SPS läuft weiterhin als Soft-SPS
auf einem Beck-PS1-System.
Da
sich die 4 Maschinen einer Produktionsstraße und auch die Serien von
Straßen untereinander immer geringfügig unterscheiden, wurde im
Programm (d.h. in der ausführbaren Datei) nur das grundsätzliche
Layout und die grundsätzliche Funktion festgelegt: Felder für die
Tastaturbeschriftung links und unten, sowie ein Hauptfeld für die Anzeige.
Alles
andere wurde so ausgeführt, daß es vom Anwender selbst konfiguriert
werden kann:
Frei
konfigurierbar sind:
-
Anzahl
und Layout der Bildschirme
-
Texte
-
Variablen
-
Meldungen
-
Tastenbeschriftungen, -funktionen und -rückmeldungen
-
Datenaustausch mit der SPS
Bildschirmlayout der Windows-Version:
*) Leider hat sich Windows95 für ein reines
Bedienterminal (ohne Maus und mit stark reduzierter Tastatur) als vollkommen
ungeeignet erwiesen. Das ausgeprägte Eigenleben dieses sogenannten
"Betriebssystems" fällt ganz besonders unangenehm auf, wenn der Bediener
keine Möglichkeit hat, lästige Informationsfenster ("Die Uhr wurde
auf Sommerzeit umgestellt"), sinnlose Zwischenfragen ("Wollen Sie sich jetzt
online registrieren?") oder schlichte Irrtümer ("Treiber für neu
erkannte Hardware werden gesucht") wegzuklicken. "Windows NT" kam wegen seines
hohen Speicherbedarfs ebenfalls nicht in Frage. Es war also ein "Downgrade"
auf "Windows 3.11" nötig, das auch ohne Störungen
läuft. |